Maridadi in Kenia - 2022

“I am not African because I was born in Africa, but because Africa was born in me”​ K. Nkrumah 

Es ist wie nach Hause kommen und wenn wir einmal da sind, dann können wir uns nicht vorstellen wieder zu gehen. Endlich konnten wir wieder zusammen nach Kenia reisen und unsere Freunde und Handarbeiter besuchen. Für Nela ist es nun 2 Jahre her gewesen und trotzdem war alles wie immer nur etwas anders. Egal wie oft wir fliegen, egal wie lange wir bleiben, wir haben immer das Gefühl, dass es zu selten und zu kurz ist. Doch so ist es nun mal, wenn man den Spagat wagt. Aller Anfang beginnt schleppend und Maridadi erhebt sich langsam aus der Wiege und lernt laufen. Somit müssen wir nebenher unseren Hauptjobs nachgehen und müssen in kurzer Zeit viel schaffen.
 "In kurzer Zeit viel schaffen? Was bedeutet das genau? Wie kurz ist kurz und was treibt ihr da unten überhaupt?"
Lies weiter und wir nehmen dich mit auf unsere diesjährige Reise nach Kenia.

Wir kommen!
Wir haben 1,5 Wochen um alles zu organisieren. Doch wo fängt man an? Das erste was zu tun ist, ist aus Deutschland bescheid geben, dass wir kommen und unsere Zeit diesmal noch kürzer ist als sonst. So können sich unsere Handarbeiter auf 1,5 Wochen Powerprogramm vorbereiten, denn wir versuchen immer so viel wie möglich direkt wieder mit nach Deutschland zu nehmen. Mal eben etwas mit der Post senden funktioniert leider nicht, denn zum einen ist das Porto viel zu teuer und zum anderen verschwinden Pakete oft auf dem Postweg. Wir sind also auf unsere Koffer und auf die von anderen Kenia-Reisenden angewiesen. Melde dich gerne bei uns, solltest du mal eine Reise dort hin planen und ein Gepäckstück frei haben.

Erst die Stoffe, dann die Kleidung

 Die ersten Tage verbringen wir auf dem Markt. Wir machen uns vorab einen Plan, welche und wie viele Stoffe wir brauchen. Dann fahren wir los. In Mombasa treffen wir unsere Schneiderin Caroline in einem Café vor dem Markt. Es ist viel passiert seit dem letzten Treffen und wir nehmen uns herzlich in die Arme. Wir trinken eine Tasse Tee, plauschen kurz und sprechen über die bevorstehenden Einkäufe. Sie ist der Experte und sie kennt die besten Shops für unsere Stoffe. Wir machen uns auf den Weg mit Strichliste und Kugelschreiber. Unsere Blicke versinken in einem Meer aus Farben und Mustern, taumeln durch die gestapelten Deras, Kikoys und Kitenge. Rasant breiten unsere Arme die abertausend  Stoffe aus und falten sie wieder zusammen. Kurze Absprachen: "What about this?" "No, the pattern is to big."  "Yes, this is lovely."  .... 
Unsere Füße tragen uns über Stunden durch die Gassen und Straßen, teilweise mehrfach auf und ab, während sich unsere Backpacks langsam füllen. Gleichzeitig klettert die Sonne in Richtung Zenit und es wird immer heißer im Gedrängel. Bis in  den späten Nachmittag arbeiten wir uns durch den Markt und durch die Shops, bis die Strichliste endlich vollständig ist. Wir sind überrascht  über die diesjährigen Designs auf den Stoffen und es war sehr Aufwändig unter diesen Massen die wirklichen Sahnestücke für Maridadi zu finden.  Wir wissen nie, was uns erwartet. Welche Muster, Farben und Motive derzeitig zur Verfügung stehen und ob sie uns gefallen. Für Maridadi müssen wir die Stoffe finden, die auf dem europäischen Markt gemocht werden. So wild und bunt wie africas Mode ist Europa nicht.

Vom Stoff zum Kleidungsstück
Nach dem Markt fahren wir mit Caroline zu ihrer neuen Schneiderei. Sie liegt etwas abseits auf halber Strecke vom Markt und unserem Heimatort. Caroline berät uns, welche Stoffe für welche Kleidungsstücke geeignet sind. Wir verbringen den Abend damit unsere Einkäufe zu sortieren und machen uns am späten Abend auf den Weg nach Hause.
Die nächsten Tage verbringen wir bei Caroline und Paul, unser Schneider für die Herrenkleidung. Gemeinsam besprechen wir die Schnitte und Maße.  Jeder Schritt geschieht in Handarbeit. Jede Notiz wird mit einem Zettel an den Stoff gepinnt, bis alle Stoffe ihre Bestimmung gefunden haben.
Am Ende steht immer ein wichtiges Thema. Wie teuer ist unsere Bestellung? Die Kriesen der Welt hinterlassen auch in Kenia Spuren. Die Preise für Essen und Kraftstoff sind stark gestiegen.  Die Preise für unsere Kleidungsstücke, also die Löhne für unsere Schneider somit auch.

Unsere Handtücher bestellen wir bei Julia. Wir steigen in das Matatu und fahren an den Strand, an dem sie schon immer ihren Stand hat. Wir gehen den gleichen Weg und treffen bekannte Gesichter unterwegs. Sie erkennen uns, wir erkennen sie. Eine kurze Begrüßung, ein Grinsen und ein "Welcome! Long time." im Vorbeigehen. Wir treffen Julia an ihrem Strand und es geschieht alles wie immer. Ein kurzer Plausch vermengt mit einem freudigen Wiedersehen. Sie zeigt uns ihre Stoffe und wir suchen die Schönsten aus. Dann besprechen wir mit Julia, dass wir unterschiedliche Handtuchgrößen herstellen lassen wollen. Wir entscheiden uns für 3 Größen und sortieren gemeinsam die Stoffe zu. Welche Muster wirken genau so beeindruckend, wenn man sie zerteilt? Welche müssen ganz bleiben?
Wir sprechen über die Preise und auch von ihr hören wir, dass alles teurer geworden ist. Die Preise sind nicht mehr die gleichen wie vor einem Jahr. Was bedeutet das für Maridadi? Es gibt für uns keinen Grund die Preise herunter zu handeln, denn Maridadi unterstützt und beutet nicht aus. In unserem Kopf machen wir einen Spagat zwischen wirtschaftlichem Denken und der Ethik von Maridadi. Das Projekt ist unsere Herzensache und somit entscheiden wir uns für unser Herz und für unsere Ethik. Wir entscheiden uns für gerechte Bezahlung und für eine faire Herstellung.
Mit Stolz können wir behaupten, jedes Stück ist:
Fair gehandelt,
Handarbeit
und eine Herzenssache!
Und daran wird keine Kriese der Welt etwas ändern.

In der Zwischenzeit
Während unsere Schneider unserer Bestellung nachgehen, kaufen wir unseren Schmuck ein und besuchen Joseph unseren Schumacher.
Neben unserem eigenem Maridadi Projekt besuchen wir Freunde, welche wir  durch private Spenden und Sachspenden unterstützen.

Kenia 2022 neigt sich dem Ende
Nach 1,5 Wochen verlassen wir Kenia mit vollen Koffern. Die Tage vor unserer Abreise  sammeln wir unsere fertigen Wahren ein. Aufgeregt falten wir einige Designs auseinander. Wir hatten keine Vorstellung wie das Ergebnis aussieht. Wir schlüpfen in ein paar Highlights und erfreuen uns über die herausragende Arbeit unserer Handarbeiter. Es dauert die fertige Wahre zu kontrollieren, zu zählen, zu verpacken und unsere letzten Tage in Kenia verstreichen als hätten sie nur wenige Stunden. 
Am Ende steht der Abschied, von unseren Handarbeitern, Freunden und von Kenia. 

Es fließen ein paar gemeinsame Abschieds-Tees und Sodas und ein paar Abschiedstränen am Ende unserer diesjährigen Reise. 
Maridadi lernt langsam laufen und das Ende dieser Reise ist nur ein Teilabschnitt eines Anfangs.

 

WinterLicht  Spendenaktion

An die guten Taten von St. Martin erinnern wir uns durch das jährliche Laternelaufen. Alle Jahre wieder soll es uns selber daran erinnern, Gutes zu tun und damit Licht in die Welt zu bringen. Dieses Jahr bringen wir Lichter in die Welt: Windlichter im maridadi Design. Kaufe ein handgearbeitetes Licht und spende 100%. Du entscheidest wie viel du geben möchtest.

Was passiert mit deiner Spende?
Eine der Organisationen, die wir in Kenia unterstützen, ist UWEZO. Diese Organisation kümmert sich um Frauen, Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderung in verschiedenen Bereichen wie z.B. Bildung, Existenzsicherung, Gesundheit etc. 

Zur Zeit benötigen einige Kinder dringend eine Brille. Aus bereits generierten Spendengeldern wurden schon zwei Kinder mit Brillen ausgestattet. Sie können nun leichter am Schulunterricht teilnehmen. 

Von den Spendengeldern werden zuerst Brillen gekauft!

Sollten Spendengelder über bleiben, werden diese für Kleidung, Nahrung und Schulmaterialen verwendet. Ebenso besonders wichtig ist Sonnencreme, welche in Kenia sehr teuer ist. 

Shadrack Omondi Ogeno ist unsere Verbindung zu UWEZO, wo er seit 10 Jahren in verschiedenen Projekten mitwirkt. Er begleitet uns seit einigen Jahren, wenn wir in Mombasa (Kenia) und Umland unterwegs sind, um das Land und die Menschen näher kennenzulernen und für maridadi zu arbeiten. Er nimmt uns zuverlässig am Flughafen in Empfang und stand uns als Fahrer zur Seite. Er hat uns oft geholfen, nun bittet er uns um Hilfe und wir helfen.
 

Hilf auch du mit und ertausche dir ein maridadi WinterLicht gegen Spende.

Die Gläschen sind in Handarbeit von uns und unseren Freunden hergestellt. Wir haben dafür Stoffreste unserer Kleidungsstücke verwendet.

Und Wie?
1. Sende uns eine E-mail und erhalte eine Antwort mit Fotos von unseren maridadi WinterLichtern.
[email protected]
2. Schau auf Instagram und suche dir eines der Winterlichtern aus.
3. Falls du telefonisch mit uns verbunden bist, schau in unseren Status und schreibe uns eine Nachricht.

Dein maridadi Windlicht kannst du gerne bei uns abholen oder wir senden es dir gegen Porto mit der Post zu. 

Besuche uns auch auf unserer Etsy-Site und stöbere dich durch das maridadi Onlinesortiment.

 Handmade Textilien aus Kenia. Fair und von MaridadiFashionDE (etsy.com)